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Lebensweltargument

04 Sep 2009 - 14:57 | Version 2 |

Fallbeispiel: Aus einem Tag der Schülerin Ada

Montag Morgen 6:30. Ada tut sich schwer mit Aufstehen. Da hilft nur eins: MP3-Player an und Gute-Laune-Musik mit ihren neusten Downloads aus der Hitparade. Unten in der Küche ist die Familie schon versammelt. Ihr Vater empfängt sie mit einem hoffnungsvollen Blick: "Ada? Könntest du mir bitte ...". Ach, ihr Vater - kauft sich das neuste Smartphone und muss sich doch alles erklären lassen ;-). Aber klaro - es macht ihr schliesslich selber Spass mit diesen neuartigen Touchscreens. So ein cooles Teil will sie bald selber haben ...

Vor dem Sprung noch ein kurzer Blick in die Schultasche: Schulbücher, Handy, Hausaufgaben, Pausenbrot, MP3-Player ... alles da. Im Schulbus dann das übliche Gedränge. Einige im Bus schiessen mit ihren Handys Fotos und nehmen Filmchen auf. Solche Dinge mag sie überhaupt nicht. Was sie da schon alles im Internet gesehen hat, wovon ihre Eltern keine Ahnung haben. Lieber simst sie noch ein bisschen und quatscht mit ihrer Sitznachbarin.

In der Schule gehts los mit Naturkunde. Die Lehrerin zeigt einen Videobeitrag zum Thema Berggorillas. Anschliessend machen sie eine Gruppenarbeit dazu. Ada ist berührt vom Schicksal dieser Tiere und den komplexen Zusammenhängen ihres Lebensraums. Zu Hause will sie im Internet mehr darüber in Erfahrung bringen. Doch jetzt ist erst mal grosse Pause. Auf dem Schulhof tauscht sie sich mit ihren Kolleginnen über das Wochenende, boys, Videoclips auf VIVA und die neue Staffel von GZSZ aus. Die Jungs diskutieren derweil wieder mal heftig über Computerspiele. Das nervt sie manchmal ein bisschen, obwohl ihr das Gamen ab und zu auch Spass macht. Bei WoW hat sie sogar einen eigenen Avatar - BlueDream. > kommt in Concept-Map

Zu Hause angekommen, macht sie sich im Internet gleich auf die Recherche nach Informationen über das Leben der Berggorillas. Schon bald hat sie einige tolle Seiten gefunden. Fasziniert betrachtet sie Kurzvideos aus einem Forschungscamp in Uganda. Auf der Pinwand ihrer besten Freundin hinterlässt sie einen Hinweis auf ein Computerspiel, das sie beim WWF gefunden hat. Danach postet sie ihre Gedanken in ihrem Weblog. Wenige Stunden später trudeln dank RSS erste Kommentare ihrer Kolleginnen und Kollegen ein. Ach ja - noch rasch die Inbox checken. Siehe da: ihre Freundin hat ein Digitalbild von der letzten Schulreise geschickt, wo sie sich beide lachend umarmen.

Auf der Buddylist ihres Instant-Messengers sieht sie, dass einige ihrer Kolleginnen an den Hausaufgaben sind. Das trifft sich wunderbar! Im Web-Chat organisieren sie die Aufgabenaufteilung für den Vortrag und schicken Dokumente und Bilder hin und her. Zum Schluss bleibt noch etwas Zeit zum Chatten. Manchmal chattet sie auch mit Unbekannten - aber da ist sie ziemlich vorsichtig, denn eine Freundin von ihr hat da schon Seltsames erlebt.

Nach dem Nachtessen schaut sie noch ein wenig fern, bevor sie ins Bett geht, um noch in ihrem neuen Buch zu lesen. Danach löscht Ada die Lichter und lässt sich mit ihren Lieblingssongs auf dem MP3-Player in den Schlaf wiegen.

Lebensweltargument Concept Map

Der Bericht aus einem ganz gewöhnlichen Tag von Ada zeigt auf, wie Kinder und Jugendliche heute mit Medien und ICT umgehen - und hierbei wurde nur ein Ausschnitt aus dieser vielfältigen Medienwelt ausgeleuchtet. Die Art der Mediennutzung ist ständigen Veränderungen unterworfen. Bis heute werden SMS und Chat von Jugendlichen rege benutzt. Aktuell erfahren soziale Netzwerke aller Art einen starken Aufschwung. Auch Blogging und Microblogging nehmen langsam aber stetig an Bedeutung zu.

Die Concept Map Lebensweltargument versucht die vielschichtigen Bereiche der Nutzung von Medien und Informations- und Kommunikationstechnologien in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen aufzuzeigen.

  • ICT bieten Kinder und Jugendlichen neue Möglichkeiten der Publikation und Kommunikation. Hierbei können Kinder und Jugendliche eine mehr oder weniger konsumierende, „passive“ Rolle als Konsumeierende einnehmen oder aber auch eine aktive als Produzierende von Inhalten und Kommunikationsanlässen – oder beides. Tatsache bleibt, dass beide Haltungen das Denken und Handeln nachhaltig beeinflussen.
  • Kinder und Jugendliche sehen sich heute mit dem Phänomen einer immer stärker werdenden Digitalisierung unserer Gesellschaft konfrontiert, die alle Lebensbereiche betrifft. Diese unaufhaltsame Entwicklung verlangt etwa auf den Sektoren der Automatisierung, Formalisierung und Virtualisierung vielschichtige Kompetenzen im Umgang mit neuen digitalen Angeboten und Dienstleistungen.
  • Medien und ICT verändern die Gesellschaft. Entgegen der Annahme PRENSKYs, dass Digital Natives, Kinder und Jugendliche also, die im digitalen Zeitalter aufwachsen, den kompetenten Umgang mit digitalen Medien spielerisch „en passant“ erlernen, macht der Begriff Digital Naives (DÖBELI HONEGGER) deutlich, dass alleine das Aufwachsen im digitalen Zeitalter kein Garant für kompetente Mediennutzung ist (PALFREY/GASSER).
  • Darum kommt heutigen Pädagoginnen und Pädagogen und Erzieherinnen und Erziehern eine zentrale Rolle bei der Aufgabe zu, Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung eines emanzipierten Medienverhaltens zu unterstützen. Sie müssen helfen, Kinder und Jugendliche zu verantwortungsbewussten Menschen zu erziehen, welchen Möglichkeiten und Grenzen, Chancen und Gefahren der heutigen Medien und der immer weiter fortschreitenden digitalen Welt aufzeigen.

Bemerkungen / Diskussion des Textes

  • Die beiden gelb eingefärbten Sätze gefallen mir noch nicht, der zweite stimmt auch vom Satzbau her nicht. -- BeatDoebeli - 04 Sep 2009

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